Methodik: So entstehen die Daten auf briefkastenstandorte.de

Alle Briefkästen und Leerungszeiten auf dieser Website stammen aus OpenStreetMap. Hier steht, wie wir die Daten beziehen, wie wir daraus „heute noch geleert“ berechnen und wo die Grenzen liegen.

Datenstand: 25.10.2026

Datenquelle

Wir verwenden ausschließlich OpenStreetMap (OSM), eine freie Weltkarte, die von Freiwilligen gepflegt wird. Mapper erfassen Briefkästen vor Ort und übertragen die Leerungszeiten vom Schild. Die Übernahme von Standorten oder Leerungszeiten von der Website der Deutschen Post ist im OSM-Wiki ohne Nutzungsfreigabe ausdrücklich untersagt. Die Daten sind dadurch herkunftsseitig sauber.

Wir laden die Daten nicht einzeln über Schnittstellen, sondern als Gesamtextrakt für Deutschland von der Geofabrik GmbH (Datei germany-latest.osm.pbf). Lizenz: Open Database License (ODbL) 1.0. Als Datenstand zeigen wir den Zeitstempel dieses Extrakts, nicht das Datum unseres Builds.

Aktualisierung

Einmal pro Woche laden wir einen neuen Extrakt, verarbeiten ihn und veröffentlichen die Seiten neu. Korrekturen, die in OpenStreetMap eingetragen wurden, erscheinen also spätestens mit dem übernächsten wöchentlichen Lauf bei uns, meist mit dem nächsten.

Was wir aus OpenStreetMap übernehmen

ObjektOSM-MerkmalVerwendung
Briefkastenamenity=post_boxKern: Karte, Listen, Ortsseiten
Paketstationamenity=parcel_lockernur als Kartenebene
Postfiliale, Partnerfilialeamenity=post_office, post_office=post_partnernur als Kartenebene
Briefmarkenautomatvending=stampsnur als Kartenebene
Gemeinden, Stadtteile, SiedlungenVerwaltungsgrenzen und OrtspunkteZuordnung und Lückenprüfung

Betreiber: Steht bei operator oder brand „Deutsche Post“ oder „DHL“, ordnen wir den Kasten der Deutschen Post zu. Andere Betreiber (zum Beispiel Citipost, Nordbrief, PIN, LVZ Post) zeigen wir mit ihrem Namen. Fehlt die Angabe, steht „Betreiber unbekannt“.

Standortbezeichnung: Wir nutzen die Standortangabe des Briefkastens (ref), wenn sie wie eine Ortsangabe aussieht. Sonst nennen wir die nächste Adresse im Umkreis von 60 Metern oder die nächste Straße im Umkreis von 120 Metern („nahe …“).

Wie wir Leerungszeiten lesen

Leerungszeiten stehen in OSM im Merkmal collection_times, in derselben Schreibweise wie Öffnungszeiten, zum Beispiel Mo-Fr 16:00; Sa 10:00. Unser Programm wandelt diese Angabe in einen Wochenplan um: für jeden Wochentag die Uhrzeiten, dazu eine eventuelle Feiertagsregel (PH).

Lässt sich eine Angabe nicht eindeutig lesen, zeigen wir sie unverändert an und berechnen für diesen Briefkasten keinen „heute noch“-Status. Wir raten keine Zeiten und ergänzen keine fehlenden Angaben.

Wie „heute noch“ berechnet wird

Die Berechnung läuft in deinem Browser, nicht auf unserem Server. Dadurch stimmt sie zu jeder Uhrzeit, auch wenn die Seite selbst nur einmal pro Woche neu erzeugt wird.

  1. Zeitzone: Wir rechnen immer in deutscher Zeit, auch wenn dein Gerät auf eine andere Zeitzone eingestellt ist.
  2. Heute noch geleert: Ein Briefkasten gilt als „heute noch geleert“, wenn für den heutigen Wochentag eine Leerung eingetragen ist, die noch nicht vorbei ist. Wir zeigen die Uhrzeit und die verbleibende Zeit.
  3. Heute nicht mehr: Ist die letzte Leerung vorbei, zeigen wir die nächste Leerung, zum Beispiel „morgen 10:00 Uhr“.
  4. Feiertage: Ist heute ein gesetzlicher Feiertag, gilt die Feiertagsregel aus OSM, sofern eine eingetragen ist. Fehlt sie, zeigen wir keinen „heute noch“-Status, sondern den Hinweis, dass an Feiertagen nur ein Teil der Briefkästen geleert wird.

Wir zeigen die Uhrzeit vom Schild ohne Sicherheitspuffer. Plane selbst ein paar Minuten Reserve ein.

Prüfdatum und veraltete Angaben

Die Deutsche Post hat 2025 ihre Briefkastenschilder umgestellt: Seitdem steht pro Tag nur noch die letzte Leerung auf dem Schild, Leerungen nach 20 Uhr werden nicht mehr angezeigt. Zeiten, die vor dieser Umstellung erfasst wurden, können deshalb veraltet sein.

  • Bei jedem Briefkasten zeigen wir „laut OpenStreetMap, geprüft am …“. Wir nehmen dafür das Prüfdatum der Leerungszeit (check_date:collection_times), sonst das allgemeine Prüfdatum (check_date), sonst das Erhebungsdatum (survey:date). Fehlt jedes Prüfdatum, nennen wir das Datum der letzten Bearbeitung.
  • Ist die Angabe vor 2025 geprüft oder ungeprüft, weisen wir darauf hin, dass das Schild vor Ort gilt, und verlinken die Standortsuche der Deutschen Post.
  • Als erkennbar veraltet markieren wir Kästen, die noch mehrere Leerungen pro Werktag oder eine Leerung ab 20 Uhr eingetragen haben und seit 2025 nicht geprüft wurden. Stand 25. Oktober 2026 betrifft das bundesweit 1.790 Briefkästen, rund 3 Prozent der Kästen mit Leerungszeiten.

Welche Ortsseiten in Suchmaschinen erscheinen

Alle Briefkästen sind auf der Karte und in den Listen sichtbar. Eigene Ortsseiten geben wir für Suchmaschinen aber nur frei, wenn die Daten dort tragfähig sind. Für jede Gemeinde prüfen wir:

  1. Mindestanzahl: mindestens 3 Briefkästen.
  2. Leerungszeiten: bei mindestens 80 Prozent der Briefkästen lesbare Leerungszeiten.
  3. Lückenprüfung nach dem Postgesetz: Laut § 17 Absatz 3 Postgesetz sollen Menschen in zusammenhängend bebauten Wohngebieten in der Regel nicht mehr als 1.000 Meter bis zum nächsten Briefkasten der Post zurücklegen müssen. Wir prüfen deshalb für jeden Siedlungspunkt der Gemeinde (Stadt, Ortsteil, Dorf), ob in unseren Daten im Umkreis von 1.000 Metern ein Briefkasten der Post oder ein Briefkasten ohne Betreiberangabe liegt. Fehlt er bei mehr als 20 Prozent der Siedlungspunkte, sind unsere Daten dort vermutlich lückenhaft.

Eine Lücke in unseren Daten heißt nicht, dass dort wirklich kein Briefkasten steht. Sie heißt meist, dass er in OpenStreetMap noch nicht erfasst ist. Gemeinden, die die Prüfung nicht bestehen, bleiben erreichbar, erscheinen aber nicht in Suchergebnissen. Stadtteilseiten geben wir frei, wenn ihre Gemeinde die Prüfung besteht und der Stadtteil mindestens 3 Briefkästen hat.

Bekannte Grenzen

Stand der Daten: 25. Oktober 2026. Alle Kennzahlen mit Definitionen, auch je Bundesland, stehen unter Briefkästen in Zahlen.

  • Nicht alle Briefkästen sind erfasst. In OSM sind 83.318 Briefkästen in Deutschland eingetragen, davon 66.671 als Briefkästen der Deutschen Post und 12.673 ohne Betreiberangabe. Die Post hatte laut Bundesnetzagentur am 30. Juni 2025 rund 108.000 Briefkästen. Wir bilden also schätzungsweise 62 bis 73 Prozent der Post-Briefkästen ab.
  • Nicht überall gibt es Leerungszeiten. Bei 83 Prozent der als Post gekennzeichneten Briefkästen sind Leerungszeiten eingetragen. Bezogen auf alle realen Post-Briefkästen ist das etwa die Hälfte.
  • Viele Zeiten sind älter als die Umstellung 2025. Nur 29 Prozent der Leerungszeiten tragen ein Prüfdatum ab 2025. In Städten mit aktiven Mappern ist der Anteil deutlich höher, in Lübeck 45 Prozent, in Leipzig 44 Prozent, in München 67 Prozent.
  • Feiertage fehlen fast immer. Leerungszeiten für Feiertage sind in OSM so gut wie nie eingetragen.
  • Keine Echtzeit. Vorübergehend gesperrte Briefkästen, ausgefallene Leerungen oder Sonderleerungen kennen wir nicht.
  • Nur die letzte Leerung. Wie auf den neuen Schildern der Post zeigen wir je Tag die letzte Leerung. Frühere Leerungen am selben Tag sind für deine Planung ohne Bedeutung.
  • Kartenebenen sind unvollständiger. Paketstationen, Filialen und Briefmarkenautomaten zeigen wir nur ergänzend. Ihre Abdeckung in OSM ist geringer als bei Briefkästen.

Was wir bewusst nicht tun

  • Wir übernehmen keine Daten von den Websites, Apps oder Schnittstellen der Deutschen Post, von DHL oder anderen Postdienstleistern und lesen sie auch nicht automatisiert aus.
  • Wir mischen die Briefkästen aus OSM nicht mit Briefkastendaten aus anderen Quellen. Fehlende Briefkästen sollen in OpenStreetMap ergänzt werden, nicht in einer Parallel-Datenbank bei uns.
  • Wir schätzen keine fehlenden Leerungszeiten.

Korrekturen

Stimmt eine Leerungszeit nicht, fehlt ein Briefkasten oder ist einer abgebaut, melde es uns über „Zeit stimmt nicht?“ beim Briefkasten, am besten mit den Zeiten genau so, wie sie auf dem Schild stehen. Wir prüfen die Meldung und tragen die Korrektur in OpenStreetMap ein. Mehr dazu unter Korrekturen.